Was tun im Pflegefall?
Diese Übersicht führt Sie Schritt für Schritt durch die wichtigsten Aufgaben — von der rechtlichen Absicherung über den Pflegegrad bis zur passenden Versorgung.
Suchen Sie sich frühzeitig Unterstützung und lassen Sie sich beraten.
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Rechtliche Vertretung klären
Klären Sie frühzeitig, wer im Ernstfall für die pflegebedürftige Person entscheiden darf. Folgende Dokumente sollten vorliegen:
- Vorsorgevollmacht / GeneralvollmachtBenennt eine Vertrauensperson für rechtliche, finanzielle und gesundheitliche Entscheidungen.
- PatientenverfügungLegt fest, welche medizinischen Maßnahmen gewünscht oder abgelehnt werden.
- BetreuungsverfügungBestimmt, wer als gerichtliche Betreuung eingesetzt werden soll, falls nötig.
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Pflegegrad einschätzen
Die Pflegebegutachtung bewertet sechs Lebensbereiche. Machen Sie sich vorab ein Bild, in welchen Bereichen Unterstützung benötigt wird:
- MobilitätFortbewegung, Treppensteigen, Positionswechsel im Bett.
- Kognitive & kommunikative FähigkeitenOrientierung, Erkennen von Personen, Verständigung.
- Verhaltensweisen und psychische ProblemlagenUnruhe, Ängste, Aggressivität, nächtlicher Hilfebedarf.
- SelbstversorgungKörperpflege, An-/Auskleiden, Essen und Trinken.
- Umgang mit krankheitsbedingten AnforderungenMedikamente, Verbandswechsel, Arztbesuche organisieren.
- Gestaltung des Alltags und soziale KontakteTagesablauf strukturieren, Kontakte pflegen, Beschäftigungen.
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Pflegegrad beantragen
Der Antrag auf einen Pflegegrad wird bei der Pflegekasse gestellt. So läuft das Verfahren ab:
- Kontakt aufnehmenRufen Sie Ihre Pflegekasse an und fordern Sie das Antragsformular an.
- Antrag ausfüllenFüllen Sie den Antrag sorgfältig aus und senden Sie ihn zurück.
- Termin vereinbarenDie Pflegekasse beauftragt den Medizinischen Dienst (MD) mit der Begutachtung.
- BegutachtungEin Gutachter besucht die pflegebedürftige Person zu Hause und bewertet den Hilfebedarf.
- Bescheid erhaltenDie Pflegekasse teilt Ihnen den Pflegegrad schriftlich mit.
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Pflegeberatung in Anspruch nehmen
Sie haben einen gesetzlichen Anspruch auf kostenlose Pflegeberatung. Nutzen Sie die verschiedenen Wege:
- TelefonischSchnelle Erstberatung durch Ihre Pflegekasse oder Beratungsstellen.
- HausbesuchEin Pflegeberater kommt zu Ihnen — besonders hilfreich bei eingeschränkter Mobilität.
- OnlineDigitale Beratungsangebote, z. B. per Video oder Chat.
- BeratungsstellePersönliche Beratung vor Ort, z. B. bei Pflegestützpunkten.
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Pflege zu Hause planen
Die meisten Menschen möchten so lange wie möglich zu Hause leben. Klären Sie vorab diese Fragen:
- Ist die Wohnung geeignet?Prüfen Sie, ob Umbauten nötig sind (Haltegriffe, Rampen, barrierefreies Bad).
- Rund-um-die-Uhr-Versorgung möglich?Kann die Betreuung auch nachts sichergestellt werden — durch Familie oder Dienste?
- Langfristige Kapazitäten vorhanden?Pflege ist ein Marathon. Planen Sie Entlastung und Vertretung für pflegende Angehörige mit ein.
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Pflegeunterstützungsgeld
In einer akuten Pflegesituation können Angehörige kurzfristig von der Arbeit freigestellt werden:
- Bis zu 10 ArbeitstageUnbezahlte Freistellung ohne vorherige Ankündigung beim Arbeitgeber.
- LohnersatzleistungDie Pflegekasse der pflegebedürftigen Person zahlt das Pflegeunterstützungsgeld als Ausgleich.
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Hilfsmittel beschaffen
Pflegehilfsmittel erleichtern den Alltag und werden oft von der Kasse bezuschusst:
- Technische HilfsmittelPflegebetten, Rollstühle, Toilettenstühle — auf ärztliche Verordnung.
- VerbrauchsmittelDesinfektionsmittel, Handschuhe, Bettschutzeinlagen — bis zu 40 €/Monat Zuschuss.
- InkontinenzprodukteMit ärztlichem Rezept von der Krankenkasse übernommen.
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Entlastungsangebote nutzen
Pflegende Angehörige brauchen Pausen. Folgende Leistungen stehen Ihnen zu:
- VerhinderungspflegeFinanzielle Unterstützung, wenn die reguläre Pflegeperson ausfällt (z. B. Urlaub, Krankheit).
- KurzzeitpflegeVorübergehende vollstationäre Versorgung für bis zu 8 Wochen pro Jahr.
- Tages- und NachtpflegeTeilstationäre Betreuung tagsüber oder nachts — ideal zur Entlastung im Alltag.
- Angehörigengruppen & SchulungenKostenlose Pflegekurse und Austausch mit anderen Betroffenen.
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Pflegedienst finden
Ein ambulanter Pflegedienst unterstützt bei der Versorgung zu Hause. Typische Leistungen:
- KörperpflegeWaschen, Duschen, Zahnpflege, Hautpflege.
- An- und AuskleidenHilfe beim Anziehen und Umziehen.
- Essen und TrinkenUnterstützung bei Mahlzeiten und ausreichender Flüssigkeitszufuhr.
- HauswirtschaftEinkaufen, Kochen, Reinigung der Wohnung.
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Pflege im Pflegeheim organisieren
Wenn die häusliche Pflege nicht mehr ausreicht, ist ein Pflegeheim eine gute Alternative. Planen Sie rechtzeitig:
- Frühzeitig informierenSammeln Sie Informationen über Einrichtungen in Ihrer Region — Wartelisten können lang sein.
- Kosten & Zuschüsse klärenDie Pflegekasse übernimmt einen Teil, den Rest tragen Bewohner und ggf. Angehörige.
- Einrichtung besichtigenBesuchen Sie Heime persönlich, sprechen Sie mit Bewohnern und Pflegekräften.